Pathfinder vs. Don Vito
Es begab sich zu einer Zeit, als alle Indianer schwul waren und man sich fuer Vikinger keine Synchronstimmen leisten konnte.
So koennte man auch den gesamten Film zusammenfassen - aber es waer nicht lustig, wenn ich, Meister der Filmkritik, keinen Tourettenafall vortaeuschen wuerde. Also nochmal von vorne:
Der Film faengt an mit einem Vorspann, der an die fruehen Werke franzoesischer zugedroehnter Filmstudenten, die spaeter auf dem Pariser Knabenstrich landen, erinnert. Haette ich den Film runtergeladen, haette ich mir gedacht: ?Was fuer eine miese Quali die Datei hat? - aber ich hab ihn mir leider nicht runtergeladen und so musste ich annehmen, dass das Kino seine Ware wohl ueber Bittorent bezieht.
Nachdem nun der minutenlange Vorspann sein Ende findet, denkt sich der durchschnittliche Zuschauer, der wohl in einen Vikingerfilm geht: ?Super! Jetzt gibts sinnlose Gewalt und wenig Text.? Nun ja - mit dem Text hat man recht, aber erstmal muss unsere Indianerin einem weissen Pferd folgen ? jo, einem weissen Pferd. Nachdem die kleine Indianernutte denn ca. 10 Minuten durch den nordamerikanischen Wald gestolpert ist, findet sie ein gestrandetes Vikingerschiff und der gemeine Vikingerfan denkt sich: ?YEAH! JETZT IST DIE NUTTE DRAN! TOETEN UND VERGEWALTIGEN!? ? Aber Pustekuchen. Die Vikinger sind alle tot und der einzige Ueberlebende ist ein Junge, der unser Indianerflittchen zwar verdreschen will, aber halt zu klein dafuer ist. Und Bam! Das war der Prolog ? im naechsten Absatz gehts mit sinnloser und blutruenstiger Gewalt weiter.
Unser indianisch-vikingischer Held ?
Na, da hab ich euch wohl verarscht. So aehnlich, wie 20th Century Fox den gemeinen Vikingerfan verarscht hat. Denn bevor es mit sinnloser Gewalt losgehen kann, muss natuerlich erstmal gesprochen werden. Und genau jetzt, nach ca. 48 Stunden Vorspann faellt das erste Wort im Film; Die Intianerbraut hat unseren Vikingerboy ins Indianerdorf gebracht und die Vollversammlung beschliesst, den Jungen aufzunehmen. Aber nur unter Vorbehalt, weil er ein fieser Vikingerspast ist ?
BAM! SCHNITT! BLENDE! BAM! 10 Jahre spaeter: Der Junge hat sich integriert und blah blah paar Indianer moegen ihn nicht, etc. pp. Drama, Drama, Drama. (Ich hab an dieser Stelle schon sechs Bier intus gehabt.) Grosses Indianerhappening ? und oh wunder! Nach weiteren 20 Minuten faellt dann das zweite Wort im Film. Action hat man nicht wirklich gesehen bisher. Ausser einer 10 sekuendigen Rueckblende des Jungen, in der er sich an eine BDSM-Session mit seinem Vater erinnert. Action fehlanzeige. Aber vielleicht aendert sich das ja?
Haha, als ob. Nix da - erstmal wird dieses Experiment eines Dramas ohne Dialoge fortgefuehrt.
Ok, mal kurz vorspulen bis zur Kernszene: Unser Indianerboy ist im Wald irgendwelche schwulen Tiere streicheln. Und waehrend er sich da so der Sodomie hingibt, kommen boese Vikinger und nuken das Heimatdorf unseres Helden weg. Dieser ist sauer und schwoert Rache.
Was jetzt folgt, ist eine Mischung aus Predator, Rambo und Gilmore Girls ? ich war an dieser Stelle zu besoffen, um mich noch an weiter Einzelheiten zu erinnern. Aber ich bin mir sicher: Sinnlose Gewalt - Fehlanzeige. Dialoge - Ebenso. Was hat unser Held also die ganze restliche Stunde gemacht? Er ist durch den Wald gerannt und hat versucht die Vikinger zu toeten. Oder sie zu Tode zu langweilen. Jedenfalls hatte er knappe Klamotten an und ich habe mir an dieser Stelle ueberlegt ein schwuler Indianer zu werden.
Fazit:
Fuer diesen Film gibt es 0 von 5 verfassungswidrigen Kennzeichen. Nicht anschauen, nicht runterladen. Grosse Verarsche. Uebrigens sprechen die Vikinger mehr Saetze im Film als unsere Indianerfreunde. Nur versteht man die Vikinger nicht, da sie wohl auf Schwedisch oder Finnisch labern und es dafuer weder Synchronstimmen noch Untertitel gibt.

